Kelterhalle

Der Kelterhalle unseres Weinguts galt von Beginn an unsere besondere Aufmerksamkeit. Nicht nur weil es wichtig war, die Arbeitsabläufe effizient zu organisieren, sondern auch weil es hier nach der langen Arbeit im Weinberg gilt, die Trauben nun so schonend wie möglich zu verarbeiten. Der große, Licht durchflutete Raum wurde deshalb total entleert, mit einem neuen Kunstharzfußboden versehen und mit neuen Geräten höchster Qualität ausgestattet. So sind wir in der Lage, das Lesegut sofort über Sortiertisch, Traubenmühle und geschlossene Presse zügig und schonend zu verarbeiten, oder aber es im Kühlhaus auf die richtige Verarbeitungstemperatur zu bringen. Maischestandzeiten, Mostkühlung – alle Möglichkeiten der optimalen  Traubenverarbeitung  stehen uns auf einer Ebene zur Verfügung. Die ersten Ernten haben erfreulicherweise gezeigt, dass die Wunschplanung sich sehr bewährt.

Keller und Kellermeister

Kellermeister Franz Lenz

Der Keller ist das Herzstück jeden Weingutes. Reist man heute durch die Weinbaugebiete der Welt, trifft man auf spektakuläre Kellerarchitektur, die aber kein Selbstzweck ist, sondern die bestmögliche Infrastruktur zur Weinbereitung zur Verfügung stellen soll. Umso erfreuter waren wir, als wir erkannten, dass der zweigeschossige Gewölbekeller unseres Weingutes bezeugt, dass auch vor mehr als 100 Jahren man die Mühe und Arbeit nicht gescheut hat, diese bestmöglichen baulichen Voraussetzungen zu schaffen.

Beide Kellergeschosse – gemauert aus Natur-, und Backsteinen – erstrecken sich unter die Kelterhalle, sodass wir den frisch gepressten Most zuerst ein Geschoss tiefer zum Absitzen der Trubstoffe fließen lassen können. Nach dem Absitzen strömt der geklärte Most wieder nur von der Schwerkraft getrieben in das untere Kellergeschoss, wo er nun in verschiedenen Gebinden vergärt und reift. Lediglich zum Abfüllen auf die Flasche müssen wir den Wein einmal pumpen. Schonender geht es kaum, denn jedes Mal wenn der Wein durch eine Pumpe gequält wird, schadet es seiner Konsistenz.

Im unteren Kellergeschoss, nahezu zehn Meter unter der Erde, herrscht das ganze Jahr über eine stabile Temperatur von 10 Grad. Hier, wie im ersten Kellergeschoss, dass im Jahresverlauf einige wenige Grad wärmer und kälter wird, haben wir zunächst alle alten Fässer und Kunststofftanks entsorgt und eine adäquate Arbeitsbeleuchtung eingerichtet. Zusätzliche Bodenstrahler lassen jetzt die alten Gewölbe in ganzer Pracht erstrahlen. In den Gewölben stehen sich nun Edelstahltanks und große Holzfässer von Stockinger in Österreich und Hösch nahe Bad Kreuznach gegenüber. Diese Kombination von Gebinden erlaubt verschiedene Ausbauarten des Weißweins und nutzt das ganze Potential des Kellers mit seiner gleichmäßigen Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Im ersten Kellergeschoss reift unser Spätburgunder in französischen Barriques. Hier ist die leichte Temperaturerhöhung im Frühjahr erwünscht, um den biologischen Säureabbau (malolaktische Gärung) anzustossen.