GESCHICHTE DES WEINGUTS DR. SIEMENS IN SERRIG/SAAR

Frau Puricelli pflanzte am 13. März 1898 den ersten Weinstock in der Anlage des heutigen Weinguts am Südrand des Städtchens Serrig. Sie hatte das mit Lohecken bewirtschaftete Terrain von der Serriger Gehöferschaft 1897 ersteigert. Damals ging die Zeit der Lohewirtschaft in Deutschland zu Ende, da die so gewonnenen Gerbstoffe für die Lederindustrie zunehmend aus Übersee importiert wurden. Frau Puricellis Schwiegersohn, Clemens Freiherr von Schorlemmer zu Lieser, weitete ab 1900 die Anbauflächen in den heutigen Lagen Würtzberg und Herrenberg aus. Schorlemmer, damals Landwirtschaftsminister in Preussen begann auch den Bau des Gutshauses mit seinem zwei geschossigen Gewölbekeller.

Dadurch konnte in der Kellerwirtschaft beim Abstechen der Moste und Weine mit Schwerkraft gearbeitet werden, eine Baustruktur, wie sie heute wieder zur schonenden Weinherstellung favorisiert wird, da auf den Einsatz von Pumpen weitgehend verzichtet werden kann.

Das Weingut umfasste nach seiner Fertigstellung etwa 15 Hektar Weinberge und war damit nach der damaligen Staatsdomäne das zweitgrößte Weingut in Serrig. Baron Herman von Schorlemmer und Freifrau Ina von der Schulenburg bewohnten nach dem II. Weltkrieg mit ihrer Familie das Weingut, das sie bis Ende der sechziger Jahre bewirtschafteten.Bert Simon, Winzer an der Ruwer, ersteigerte in den nachfolgenden Jahren die Rebanlagen im Herrenberg und Würtzberg und schließlich auch das Gutsgebäude mit seinen Anlagen. Simon pflanzte neben Riesling auch Weisburgunder an und war Pionier an der Saar, indem er Mitte der achtziger Jahre Spätburgunder pflanzte.

Seit 2006 befindet sich das Weingut mit den dazugehörigen Rebflächen im Besitz von Dr. Jochen und Dr. Karen Siemens, die mit ihren beiden Söhnen auf den Weingut leben und es als Weinbaubetrieb weiterführen. Als erstes brachten sie die Traubenverarbeitung und Kellerwirtschaft des Gutes auf den aktuellen Stand der Technik, um so die Qualität der klassifizierten Lagen optimal ausbauen zu können. Neupflanzungen mit genetisch ausgesuchten Rebstöcken werden das Potential der Lagen in den nächsten Jahren optimieren.